Die Sache mit den Medien

Das Leben ist schwer, ist ein falscher Satz.Wir machen uns das Leben schwer, dagegen ein verdammt richtiger.Das Leben wird uns erschwert, ist hinkend, weil etwas fehlt -und jetzt sind wir auch schon bei der richtigen Aussge angelangt-Das Leben wird uns erschwert, weil wir es blinlings zulassen.

Ich habe mich immer für so intelligent gehalten, mich von Medien, sinnfreien Sendungen und falschen Beziehungen oder Selbstbildern beeinflussen zu lassen.Wenn ich so zurückblicke, domier(t)en diese Eindrücke eigentlich mein Leben.

Ich stand heute morgen auf, ging ins Bad und auf diesem Weg begnete ich bereits drei Mal meinem Spiegelbild.Eine ungewaschene, total übermüdete Sophia die in ihrem dunkelblauen Schlabberanzug alles andere als begehrenswert aussah.Frisch gewaschen und geföhnt (während dessen war ich eigentlich permannet mit meinem Angesicht konfrontiert...)fühlte ich mich schon entschieden besser und begab mich zum früchstücken in die Küche.Noch nicht mal dot angekommen konnte ich schon einen Radiobeitrag über 'Abnehmpillen und -geräte-Was hilft wirklich,was ist Schund?!' vernehmen.Die Moderation diskutierte heftig und bereichtete jeweils über ihre Erfolge oder Misserfolge.Bei jedem weiteren Bissen in meinen Nutellatoast spürte ich mehr und mehr eine Vergrößerung meines Bauches, unterhalb meines plötzlich bemerkten Doppelkinns.
Nach dem Essen kam, wir jeden Morgen, das Schminken an die Reihe.Dabei merkte ich,wie ebenfalls jenden Morgen, dass ich viel zu viel Utensilien dazu besaß, mich allerdings keines davon wie gewünscht, also nahezu komplett, veränderete und KEINE Heidi Klum aus mir machte.
Als ich mich, nach einer weitesgehend eindrucukslosen Autofahrt, im Schulhaus wiederfand fiel mir siedendheiß ein, dass ich ja gleich Mathe hätte und ich dringend eine gute Note bräuchte.Denn, das wissen wir ja alle, eine schlechte Note und das Halbjahr ist gelaufen.Nach einigen Blicken in mein Heft war ich zwar beruhigt, als meine völlig hysterischen Freundinnen dann allerdings eintrafen und jede mit ihrem Mathezeugs rumwedelte und einen leidenden Gesichtsausdruck zu mir herüber schickte, wurde mir wieder ganz mulmig und wir- ich allen voran- schoben eine allgemeine Massenpanik, von wegen wir müssten das Jahr eh nochmal machen.So hatten wir uns unser Abiturjahr echt nicht vorgestellt.
Nach der Schule erst mal Glotze an.Nicht mehrs hören, von all den Noten und Aufgaben.Nichts mehr sehen, von Leuten die dir das Leben unnötig zur Qual machten.   Denkste.


Models mit Traummaßen, vorgespielte Liebe, die so lieblos war, dass es jeder sehen konnte, dass da ein ganz schlechter Drehbuchautor am Werk war, Probleme die gar keine ware, und Menschen über Menschen die sich über Deutschland beklagen.Das alles wirkt schon bei der Beschreibung wahnsinnig lächerlich und niveaulos.Dennoch dringt es in dein Hirn ein und beeinflusst dich dermaßen, dass du plötzlich Angst kriegst, wegen ein paar winziger Dellen an deinem Hintern.So kann ich mich niemals am Strand zeigen.Du bemerkst, wie dir das alles hier auf die Nerven geht-wie du Verbrecher verstehen kannst, weil du die Menschen um dich rum auch manchmal nicht mehr ertragen willst.Du zweifelst an deiner Beziehung, weil du dich auch vor so einer Zerbrechlcihkeit fürchtest.Du denkst dir 'typisch Eltern', wenn du diese Rabenmütter siehst und beginnst Parallelen zu der deinen zu finden.
Und dabei entgeht dir komplett, dass diese Menschen die das spielen und spielen lassen, genau auf sowas abzielen.Dass solche Geschichten fern von der Realität sind, sie aber so inszeniert werden um möglichst eindringlich in deine Psyche zu gelangen um dich gefügig zu machen.Zu welchem Zweck auch immer.

Freundschaft ist nichts, worin man Angst haben muss, dass der eine dem anderen die Frau ausspannt.Liebe ist nichts, was allein auf einem Gefühl beruht und nach der ersten Verliebtheit bereits an einem Streit über Aufräumen kaputt geht.Famileienzusammenhalt basiert nicht nur auf Erbinformationen oder dem gleichen Wohnort.
Was man uns da vormacht ist gemein.Dass uns liebe Menschen noch zusätzlich, wenn auch ungewollt, durch deren Probleme verunsichern und angreifbar machen, auch, wenn nicht sogar noch mehr.
Doch wieso, trotz all diesem Wissen, dass WIR immer noch Individuen sind, die, jeder für sich, ihr ganz eigenes Glück haben, lassen wir uns von sowas unser Leben verpfuschen und uns Lebensfreude nehmen, die uns im eigentlichen erst am Leben hält.

Das frage ich mich wirklich.

 

10.5.10 22:19

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